Ein schlechtes Beispiel: Absage auf eine Bewerbung

Das folgende Beispiel einer Absage liest sich auf den ersten Blick flüssig und gelungen:

Sehr geehrter Herr Maier,

vielen Dank für Ihr Interesse an einem Praktikum in unserem Unternehmen. Nach eingehender Prüfung Ihrer Unterlagen müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir Ihre Bewerbung nicht berücksichtigen können.

Für das Vertrauen, das Sie uns entgegengebracht haben, danken wir Ihnen nochmals und wünschen Ihnen für Ihr weiteres Studium viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Der Empfänger empfand die Formulierung als äußerst niederschmetternd. Warum?

Das Problem liegt in dem Satz “Nach eingehender Prüfung Ihrer Unterlagen …”. Hier hat der Verfasser vor allem an sich gedacht. Er wollte den Eindruck erwecken, dass er es sich nicht leicht gemacht hat, dass er die Bewerbung sehr sorgfältig gelesen hat. Der Empfänger aber liest den Satz anders. Er schließt, dass es seine Unterlagen waren, die nach eingehender Prüfung seine Berücksichtigung unmöglich gemacht haben.

Was könnte man hier besser machen? Folgende Formulierungen sind zum Beispiel denkbar:

“Wir haben Ihre Unterlagen mit Interesse gelesen. Leider können wir Ihnen aber keinen passenden Praktikumsplatz anbieten.”

“Wir haben Ihre Unterlagen sorgfältig geprüft. Für unseren ausgeschriebenen Praktikumsplatz hat das Profil einer anderen Bewerbung hinsichtlich der Themenschwerpunkte allerdings noch besser gepasst.”

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